Schweich – St. Martin

Die Wiedergeburt einer Gemeinde: Die Geschichte der Pfarrkirche St. Martin in Schweich

St Martin in Schweich

Einleitung

Über viele Jahrhunderte hinweg war Schweich lediglich eine Filiale der Pfarrkirche in Mehring und gehörte zur Abtei Prüm, später Niederprüm. Es war erst im Jahr 1570, als der Wunsch der Schweicher nach einer eigenständigen Pfarrei erfüllt wurde, dank der Entscheidung des Trierer Erzbischofs Jakob von Eltz. Die erste Pfarrkirche von Schweich stand damals im Bereich des Hofgartens.

Ein Wunsch wird Realität

Jedoch, im Laufe der Zeit, wurde die erste Kirche als veraltet empfunden und der Wunsch nach einem Neubau wurde laut. Erst nach den Turbulenzen der napoleonischen Ära konnte dieser Wunsch zwischen 1819 und 1822 in die Tat umgesetzt werden. Von dieser zweiten Kirche ist heute nur noch der Turm erhalten, der heute ein integraler Bestandteil der aktuellen Pfarrkirche ist.

Seitenansicht der Kirche

Die Herausforderungen der Vergangenheit

Die zweite Pfarrkirche war ein Beispiel klassizistischer Architektur, ausgestattet mit steinernen Barockstatuen aus der ehemaligen Abteikirche St. Maximin in Trier. Jedoch, im November 1891, erlebte Schweich eine Tragödie, als diese Kirche einem Brand zum Opfer fiel. Diese Ereignisse hinterließen einen tiefen Eindruck und wurden sogar in der Novelle „Der Abbruch ins Dunkle“ von Stefan Andres festgehalten.

Ein Neubeginn nach dem Brand

Nach dem Brand wurde drei Jahre lang darüber gestritten, wo die neue Kirche entstehen sollte. Schließlich setzte sich der Plan des Saarbrücker Architekten Wilhelm Hector durch. Der Bau der heutigen Pfarrkirche St. Martin begann im Jahr 1894 und wurde von Bischof Korum am 02. Mai 1895 geweiht. Die erste heilige Messe fand am 09. August 1896 statt, und die Konsekration folgte am 18. April 1899 durch Weihbischof Schrod.

Blick auf die Säulen der Kirche

Architektur und Gestaltung

Kreuzrippengewölbe mit Floralmuster

Die Architektur der neugotischen Pfarrkirche St. Martin ist beeindruckend. Sie ist eine dreischiffige Hallenkirche mit Chorraum und zwei Seitenkapellen. Besonders auffällig ist das zweischiffige Querhaus mit einem doppelten Giebel, der von Kreuzblumen gekrönt ist. Zwischen den Säulenkapitellen und dem Beginn der Gewölberippen wurden dreiviertel Säulen eingefügt, um die Höhe des Mittelschiffes zu betonen.

Blick durch das Langschiff

Die Pracht der Ausstattung

Die Ausstattung der Kirche ist von großer künstlerischer Bedeutung. Der Hochaltar aus dem Jahr 1903 ist ein Flügelaltar aus der Trierer Werkstatt Karl Frank und zeigt Reliefs mit Szenen wie der Darstellung im Tempel, Jesus auf dem Kreuzweg, das Abendmahl und die Krönung Mariens. Bemerkenswert ist auch das reiche Sprengwerk. Der neue Zelebrationsaltar und der Ambo sind Werke des Trierer Bildhauers Willi Hahn aus dem Jahr 1988 und zeigen die Emmausgeschichte.

Mitte des Flügelaltars

Die Bedeutung von St. Martin

Die Pfarrkirche St. Martin ist nicht nur ein architektonisches Meisterwerk, sondern auch ein Ort von historischer und spiritueller Bedeutung. Ihre Geschichte und Ausstattung machen sie zu einem Juwel der neugotischen Architektur und laden Besucher ein, ihre Schönheit und Bedeutung zu entdecken.

Fazit

Die Pfarrkirche St. Martin in Schweich erzählt die bewegende Geschichte einer Gemeinde, die sich durch Höhen und Tiefen kämpfte. Von ihren bescheidenen Anfängen als Filiale bis hin zur Errichtung einer eigenen Pfarrei hat diese Kirche zahlreiche Herausforderungen überwunden. Durch Brände und Neubauten hindurch ist sie heute ein prächtiges Beispiel neugotischer Architektur und ein Ort der spirituellen Bedeutung für die Gemeinschaft. Ihre Geschichte und ihre Ausstattung machen sie zu einem Juwel, das es zu entdecken gilt.

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